
"Frau Bürgermeisterin! Wie läuft’s?"
"Gratulation, liebe Gemeinderätin!"
"Schön, dich zu sehen!"
Schon die ersten Minuten machten deutlich, was dieses Wochenende prägen würde: große Wiedersehensfreude, gegenseitige Anerkennung und ein starkes Wir-Gefühl. Und so einige Gründe zum Feiern. Zum Beispiel all die, die in ein Amt gewählt wurden und natürlich auch diejenigen, die es dieses Mal nicht geschafft hatten, aber mit einem entschlossenen "Jetzt erst recht" nach Herrsching angereist waren. Und die Gewinnerinnen der FidiP-Bootcamp-Challenge: Susanne Bock von Wülfingen (Platz 1), Christiane Freisleder (Platz 2), Gabi Huber-Koch (Platz 3), Manuela Nemela (Platz 4) und Bettina Grabmann (Platz 5).

Doch zurück zur eigentlichen Tagung, "Ein Intensiv-Wochenende, an dem Sie Ihr Wissen in der Gremienarbeit vertiefen, Ihre Resilienz stärken und neue Führungsstrategien entwickeln." – und worum es ging:
- Gremienarbeit verstehen – wie Entscheidungen wirklich zustande kommen
- Sitzungen souverän meistern – mit Klarheit und Präsenz
- Zusammenarbeit über Fraktionen hinweg – Brücken bauen, Lösungen finden
- Verwaltung durchblicken – um gezielt handeln zu können
- Strategisch denken – weil politische Stärke lange vor der Sitzung beginnt
Mit Nichts-Tun die Welt verändern und Learnings der vergangenen Wochen
Mit diesen Themen im Gepäck startete das Bootcamp am Freitag mit der offiziellen Eröffnung durch die beiden Leiterinnen Sabine Appelhagen, Präsidentin des FidiP e.V., und Dr. Tanja Kodisch-Kraft, Bildungsreferentin des Bayerischen Bauernverbandes.
Auf der Bühne wartete auch schon Gabi Junklewitz, Achtsamkeitstrainerin, Supervisorin und vieles mehr. In ihrem Workshop "Mit Nichts-Tun die Welt verändern" ging es u.a. darum, wie man durch tägliches Nichts-Tun Stress reduzieren kann. "Man kann es üben", sagte sie, am besten täglich. Und: "Achtsamkeit ist ein äußerst unterschätztes Tool im politischen Alltag." Also wurde gleich ein wenig geübt und festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist, einem Gegenüber vier Minuten lang WIRKLICH zuzuhören oder sich mit geschlossenen Augen führen zu lassen.
Abends durften dann die Hirne nochmals ein bisschen rauchen, denn FidiP wollte wissen, welche Learnings die Teilnehmerinnen beim Wahlkampf gemacht hatten ("tolle Stimmung im Ortsverband", "Wahlkampfzeitung kam gut an", "Man braucht einen langen Atem", "Man muss aufs Bauchgefühl achten", "Frauen müssen Frauen sichtbarer machen", "Die eigentliche Arbeit für die nächste Wahl beginnt direkt nach der letzten Wahl.", "Bau früh ein Team auf.", "Fass dich kurz, aber sei offen für echtes Gespräch.").

Neu im Amt – Kommunalpolitik verstehen und mitgestalten und das System Rathaus
- Politik wird nicht in der Sitzung gemacht.
- Unvorbereitet in Sitzungen gehen ist ein absolutes No-Go.
- Nur aus der eigenen Sicht argumentieren, sich zu spät oder gar nicht einbringen, gehört zu den größten Fehlern.
Mit fast hellseherischen Fähigkeiten vertiefte Alois Scherer, Bürgermeister a.D. der Gemeinde Deining/Oberpfalz, heute Referent der Hanns Seidel Stiftung, am Samstag diese und viele weitere Punkte vom Freitagabend. Einige Kernaussagen aus seinem Workshop "Neu im Amt – Kommunalpolitik verstehen und mitgestalten":

Stichworte auch für Journalistin und PR-Expertin Gisela Goblirsch, die den Samstagnachmittag schmiss. "Führung heißt, Verantwortung zu übernehmen" sagte sie etwa und "miteinander sprechen – nicht übereinander".

Politik wirksam gestalten
Nun sollte man meinen, die Luft sei raus nach derart intensiven Workshops und Interaktionen. Nichts dergleichen, wie man am Sonntag feststellen konnte. Bernhard Reitberger, "Trainer mit Erdung", brachte sein Thema "Politik wirksam gestalten" realitätsnah rüber mit Geschichten aus dem Leben, fragte etwa, warum Kinder so erfolgreich im Verhandeln sind (stellen irrationale Forderungen), warum Donald Trump aus verhandlungstechnischer Sicht super ist, warum sich zu billig verkauft, wer nicht verhandelt. Seine Appelle: "Traut euch! Verhandeln macht Spaß! Habt den Mut, Dinge anzusprechen!" Auch ein "ja, und…" zeige mehr Kompetenz als ein "ja, aber…".

Alles gesagt und gefragt in diesen intensiven Tagen? Bestimmt nicht. Die gute Nachricht daher: Das ursprünglich als Dreiteiler angelegte FidiP-Bootcamp geht weiter! Vom 24. bis 26. Juli 2026 wird das FidiP-Sommercamp stattfinden. Ein Programmpunkt steht schon fest: "Der Sprung ins kalte Wasser".
Dieses Projekt wird aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums
für Familie, Arbeit und Soziales gefördert.
In Kooperation mit:
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