Was für ein spannender, inspirierender Nachmittag!

Drei Stunden im Bayerischen Landtag, eine Politikerin, die offen und ehrlich aus ihrem Alltag erzählt, jede Menge Fragen und lebhafte Diskussionen.
Unser Besuch bei der SPD-Landtagsabgeordneten Dr. Simone Strohmayr am 22. Oktober war einfach nur großartig und wir gingen mit vielen neuen Eindrücken, Denkanstößen und einer ordentlichen Portion Begeisterung nach Hause.
Und das lag nicht zuletzt an unserer Gastgeberin: Dr. Simone Strohmayr sitzt seit 25 Jahren im Bayerischen Landtag und nahm sich ganze drei Stunden Zeit für uns. Keine steifen Vorträge, sondern ein offenes Gespräch, bei dem wir alles fragen konnten, was uns unter den Nägeln brannte. Besonders schön: Einige Teilnehmerinnen hatten ihre Tochter, ihre Nichte oder eine Freundin mitgebracht.
Schnell waren wir mittendrin in den großen Fragen: Warum sitzen noch immer so wenige Frauen in unseren Parlamenten? Was hält Frauen davon ab, sich politisch zu engagieren? Liegt es an der schwierigen Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Ehrenamt? An den Listenplätzen?
Oder auch daran, dass Frauen sich gegenseitig manchmal zu wenig unterstützen?
Dass Bayern beim Frauenanteil in den Landesparlamenten auf dem vorletzten Platz liegt, machte uns jedenfalls nachdenklich. Auch der zunehmend raue politische Umgangston, der erstarkende Antifeminismus und der Rechtsruck kamen zur Sprache. "Der Ton ist härter geworden", berichtete Strohmayr. Vorurteile gegenüber der Kompetenz von Frauen nähmen wieder zu. Und bei der Gleichstellung? Da gibt es noch reichlich zu tun, auch wenn viele glauben, das Thema sei längst erledigt. Gesprochen wurde außerdem über politische Initiativen auf Bundesebene, etwa zum Schutz von Frauen vor Gewalt, K.-o.-Tropfen und dem Missbrauch von Deepfakes.
Nach unserem intensiven Austausch durften wir noch einen Blick in den Plenarsaal werfen. Dort stehen, wo sonst die Abgeordneten debattieren und Entscheidungen treffen – das war schon etwas Besonderes! Wer sitzt eigentlich wo? Wie laufen die Sitzungen ab? Und warum wird hier manchmal bis vier Uhr morgens getagt? Plötzlich bekam das, was wir sonst nur aus den Nachrichten kennen, einen ganz anderen, sehr konkreten Bezug.
Diesen Satz brachte eine Teilnehmerin auf den Punkt – und er blieb hängen. Denn genau das hat dieser Nachmittag geschafft: neugierig gemacht, zum Nachdenken angeregt und gezeigt, dass Politik nicht irgendwo weit weg stattfindet, sondern uns alle angeht.
- Dass wir oft viel zu wenig darüber wissen, was in unseren Parlamenten tatsächlich passiert.
- Dass Frauen andere Frauen stärker unterstützen sollten – gerade und ganz besonders an der Wahlurne.
- Dass wir vor allem junge Frauen ermutigen müssen, sich einzumischen und Politik mitzugestalten. Schließlich geht es um ihre Zukunft!
Für uns war dieser Besuch auch eine schöne Bestätigung, wie wichtig Initiativen wie FidiP sind: Sie bringen Frauen zusammen, eröffnen neue Einblicke, schaffen Raum für Austausch und machen Mut, die eigene Stimme einzubringen.
Ein riesiges Dankeschön an Dr. Simone Strohmayr für drei außergewöhnlich spannende Stunden, ihre Offenheit und den lebendigen Austausch. Das war ein Nachmittag, der nachwirkt!
Übrigens: Der Bayerische Landtag ist offen für alle: www.bayern.landtag.de/besuch-im-landtag/
#LustaufPolitik #FrauenindiePolitik #FidiP

