23. September 2026 - Lunch & Learn - Online
Gleichstellung ist nicht nur ein Frauenthema.

Wie Männer zu Verbündeten werden können.

Lunch & Learn - Online
Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Lunch & Learn am 23. September 2026 (Ausschnitt)
Noch ein Seminar?

Noch ein Seminar, in dem Frauen lernen, wie sie sichtbarer werden, sich besser durchsetzen und erfolgreicher vernetzen? Wichtig – aber vielleicht sind jetzt auch mal die Männer dran. Denn Gleichstellung ist nicht allein Frauensache.

Männer können als Verbündete eingefahrene Strukturen verändern, im Alltag Haltung zeigen und Verantwortung übernehmen. Und sie haben selbst etwas davon: Weniger starre Rollenbilder bedeuten auch für Männer mehr Freiheit – in Familie, Beruf und Lebensgestaltung.

Wie Male Allyship konkret gelingen kann, darum ging es beim digitalen Lunch & Learn von FidiP und dem Bayerischen Landesfrauenrat am 23. September 2026. Rund 115 Teilnehmende waren dabei, darunter etwa zehn Prozent Männer.

Impulse gaben Martin Speer, Autor, Berater und HeForShe-Botschafter, und Eva Weber, ehemalige Oberbürgermeisterin von Augsburg. Moderiert wurde die Veranstaltung von Sabine Appelhagen, Präsidentin von FidiP – Frauen in die Politik e.V.

Gleichstellung ist keine reine Frauensache. Sie braucht auch Männer, die Verantwortung übernehmen, bestehende Strukturen hinterfragen und sich als Verbündete für Veränderungen einsetzen – darin waren sich Sabine Appelhagen und Monika Meier-Pojda, Präsidentin des Bayerischen Landesfrauenrates, zur Begrüßung einig. Wie Male Allyship konkret gelingen kann, darüber sprach Sabine Appelhagen mit Martin Speer und Eva Weber – später kamen auch Fragen und Impulse aus dem Kreis der Teilnehmenden hinzu.

Es gibt noch viel zu tun.

In seiner Keynote zeigte Martin Speer, warum Gleichstellung nicht allein Frauensache sein kann: Viele Männer nähmen strukturelle Benachteiligungen kaum wahr und unterschätzten Alltagssexismus. Gleichzeitig wachse gerade unter jüngeren Männern die Skepsis gegenüber Gleichstellungsmaßnahmen. Dabei könnten gerade Männer entscheidend dazu beitragen, eingefahrene Muster zu verändern:

"Wir Männer verstehen strukturellen Sexismus nicht, weil wir ihn selbst nicht oder nur selten erleben."

Auch Eva Weber berichtete aus ihrer langjährigen Erfahrung in der Politik: "Es ist ein Drama, mit wie wenigen Frauen man am Tisch sitzt." Alte Rollenbilder zeigten sich dabei oft im vermeintlich Kleinen – etwa, wenn selbstverständlich die Frau den Kaffee nachfüllt oder ihre Kleidung kommentiert wird.

Was macht einen guten Verbündeten aus?

Male Allyship beginnt nicht mit großen Gesten, sondern im Alltag. Einige ganz konkrete Ansätze aus der Diskussion:

  • Zuhören und die Perspektive wechseln: Sich fragen, wie Frauen bestimmte Situationen erleben – und dabei auch die persönliche Ebene einbeziehen: Wie würde ich reagieren, wenn beispielsweise meine eigene Tochter betroffen wäre?
  • Nicht schweigen: Wird eine Frau unterbrochen, können Männer beispielsweise sagen: "Sie war noch nicht fertig. Geben wir ihr doch noch Zeit."
  • Die eigene Rolle reflektieren: Welche Verhaltensweisen und Rollenbilder haben wir von Eltern, Umfeld oder Medien übernommen?
  • Sprache bewusst einsetzen: Spannungen ansprechen, das Tempo aus einer Diskussion nehmen und Gemeinsamkeiten betonen.
  • Machtverhältnisse mitdenken: Auch bei vermeintlich harmlosen Komplimenten macht es einen Unterschied, in welchem Hierarchie- und Abhängigkeitsverhältnis Menschen zueinanderstehen.

Die Präsentation von HERR & SPEER bringt es auf einen wichtigen Punkt: Male Allyship bedeutet kontinuierlichen Einsatz, Selbstreflexion und die Anerkennung weiblicher Kompetenz.

Gleichstellung nützt auch Männern.

Weniger starre Rollenbilder schaffen auch für Männer neue Freiheiten – etwa bei der Verteilung von Sorgearbeit, bei Elternzeit oder der Frage, wie Beruf und Familie gelebt werden können.

Martin Speer formulierte deshalb einen klaren Wunsch: "Ich würde mir wünschen, dass mehr Männer über Gleichstellung reden. Wir sind zu still." Und Eva Weber betonte: "Es ist eine Aufgabe von uns allen."

Die wichtigsten Take-aways:

Zum Abschluss brachten die beiden Gäste ihre wichtigsten Gedanken noch einmal auf den Punkt:

  • Martin Speer: zuhören, im Dialog bleiben und als Verbündeter sichtbar sein – gerade auch als Führungskraft.
  • Eva Weber: selbstverständlich die eigene Rolle einnehmen, Bündnisse schmieden – egal mit wem – und sich Zeit für Kommunikation und Netzwerken nehmen. Denn oft passieren gerade nach den offiziellen Besprechungen die wichtigen Dinge.

Gleichstellung braucht also nicht nur Überzeugung, sondern konkretes Handeln – und Männer, die bereit sind, ihren Teil dazu beizutragen.

Unsere Ankündigung vom 20. August 2026:

FidiP lädt zum Lunch & Learn über Male Allyship ein.

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Lunch & Learn mit Martin Speer und Eva Weber:

Gleichstellung ist keine reine Frauenaufgabe. Unter diesem Leitgedanken laden FidiP – Frauen in die Politik e.V. und der Bayerische Landesfrauenrat am 23. September 2026 von 12:00 bis 13:30 Uhr zu einem kostenlosen digitalen Lunch & Learn ein.

Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Rolle Männer auf dem Weg zu mehr Geschlechtergerechtigkeit und politischer Parität spielen. Was hält Männer davon ab, sich aktiv für Gleichstellung einzusetzen? Welche Strukturen und Rollenbilder wirken weiter? Und wie kann aus grundsätzlicher Zustimmung konkrete Mitverantwortung werden?

Impulse gibt Martin Speer, Autor, Berater und HeForShe-Botschafter. Gemeinsam mit Eva Weber richtet die Veranstaltung den Blick anschließend gezielt auf Politik und politische Strukturen.

Moderiert wird das Lunch & Learn von Sabine Appelhagen, Präsidentin von FidiP – Frauen in die Politik e.V.

"Politische Parität erreichen wir nur gemeinsam. Gleichstellung braucht Männer, die nicht nur zustimmen, sondern Verantwortung übernehmen und Veränderung aktiv mitgestalten", so Appelhagen.

Die Veranstaltung:
  • Lunch & Learn: "Gleichstellung als gemeinsame Verantwortung"
  • Datum: 23. September 2026
  • Uhrzeit: 12:00 – 13:30 Uhr
  • Ort: Online via Zoom
  • Teilnahme: kostenlos
Anmeldung:

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